Homberg, 9. Oktober 2026
Liebe Leserin, lieber Leser,
neulich auf dem Fußballplatz…
„Niemals aufgeben!“ war auf dem Mannschaftsbus des 1.FSV Mainz zu lesen. „Niemals aufgeben!“ Das ist ein Motto, oder? Immer dranbleiben, es neu versuchen, es wieder wagen…
Beim Fußball ein guter Motivationsschub, könnte ich mir vorstellen. Noch was aus sich herausholen, mit letzter Kraft, nicht mehr lang bis zum Schlusspfiff, als Team sich bemühen – da geht noch was... Und dann doch noch -vielleicht in letzter Minute- das Unentschieden oder sogar den Sieg einfahren! Eine grandiose Erfahrung!
Ob dieses Motto auch für das „richtige Leben“ taugt? Na klar, Motivation für die Erledigung von Aufgaben ist wichtig und gut. Sich bemühen, etwas gut machen zu wollen, nicht gleich aufgeben, sich was zutrauen, auch wenn es herausfordert, ist hilfreich. Menschen können viel schaffen.
Aber ich kann mir auch eine Menge Lebenssituationen vorstellen, in denen das Motto „Niemals aufgeben!“ ziemlich unbarmherzig ist. Situationen, in denen diese Haltung eine ständige Überforderung nach sich zieht und vielleicht sogar krank macht. „Niemals aufgeben!“ heißt doch auch: Ich darf NICHT schwach sein, NICHT an das Ende der Kräfte kommen, NIEMALS meine Machtlosigkeit eingestehen, auf KEINEN Fall um Hilfe bitten, ich muss alles SELBST können. Und dann merke ich, wenn ich diese Gedanken zulasse, wie sehr mir das Druck und mir das Leben schwer macht, ich mich überfordert sehe. „Niemals aufgeben!“
„Niemals aufgeben?“ Ich erinnere mich, wie heilsam es sein kann, aufzugeben, um Hilfe zu bitten, Dinge gemeinsam zu erledigen. Mir kommt in den Sinn, welche befreiende Erfahrung es ist, Dinge hinter mir zu lassen, es neu zu wagen und neu anzufangen. Wie gut tut das. Wie wohltuend erlebe ich das. Welche Kraft liegt darin.
Und gut, dass wir an einen Gott glauben, der mit uns Menschen NIEMALS aufgibt. Und zugleich aber die Möglichkeit bietet, neu anzufangen, es neu zu wagen, Veränderungen zu und Altes hinter sich zu lassen. Bei ihm darf ich schwach sein. Bei Gott darf ich sein, wie ich bin. Ich muss keine Rolle spielen, mich ständig überfordern, mehr sein, als ich kann, weil ich Erwartungen erfüllen muss. Und dieser Gott verspricht sogar: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“ Gerade im Leben derer, die eigene Schwacheit zulassen, bin ich da. Eine große Zusage…
Diesen Fragen sind wir auch in dieser Wochen mit den gut 20 Kindern bei den Kinderaktionstagen „Meine Kirche hat Geburtstag!“ nachgegangen. Eine Bibelwoche zur Homberger Synode!
Welche große Erkenntnis und Befreiung lag doch für die von Angst vor Gott und der Welt bestimmten Menschen des Mittelalters darin, zu hören, dass wir Menschen mehr sind als das, was wir leisten können und Gottes Zuwendung nicht zu erarbeiten ist, sondern ein Geschenk.
Ich glaube nach wie vor, dass diese Sicht auf Leben auch heute noch eine enorme Kraft hat…
Diesen Fragen spüren wir auch am Wochenende in unseren Gottesdiensten nach. Wer die Abendmahlsgottesdienste mitfeiern möchte, ist herzlich am Samstag um 18 Uhr in die Tannenwegkirche und am Sonntag um 10 Uhr in die Stadtkirche eingeladen.
Das Reformationsfestjahr ist auf der Zielgeraden. Ein Großteil der Veranstaltungen hat stattgefunden. Schon jetzt weise ich auf den Abschlussgottesdienst am 31. Oktober in der Stadtkirche (19 Uhr) hin. Unsere Bischöfin Dr. Beate Hofmann wird zu Gast sein und viele Menschen aus dem Kooperationsraum Homberg-Land. Schöne Musik wird zu hören sein. Seien Sie dabei.
Es sind Herbstferien! Die Gruppen und Kreise im Gemeindehaus setzen im Moment aus. Mit dem Beginn der Schulzeit starten sie wieder.
Die Büros in unserer Kirchengemeinde sind geöffnet – oder die Anrufbeantworter geben Auskunft über die Vertretung.
An die Freitagsgpost hänge ich heute u.a. die Einladung an die nächste Familien-Kirche Kunterbunt an (25. Oktober im Gemeindehaus) und einen Hinweis auf eine Hr2-Radiosendung zur Homberger Synode an.
Die nächste Freitagspost erscheint dann erst in 14 Tagen – Ferienzeit eben…
Übrigens: Das Fußballspiel, bei dem der Bus zu sehen war, hat Mainz gewonnen… Und nicht die Mannschaft, für die mein Herz schlägt. Schade!
Herzliche Grüße auch von den Damen und Herren des Kirchenvorstandes und der Kollegin Anke Zimmermann. Für jetzt Gott befohlen - und bleiben Sie zuversichtlich,
Pfarrer Frieder Heidelbach
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